Erziehungswohngruppe
In der Erziehungswohngruppe leben sechs Jungen und Mädchen, die ab dem Kleinkindalter aufgenommen werden können, jedoch bei der Aufnahme nicht älter als 12 Jahre alt sein sollten. Im Unterschied zu einer Schichtdienstgruppe werden hier Kinder betreut, für die eine feste Bezugsperson und kontinuierliche, intensive Betreuung Vorrang hat. Der familiäre Hintergrund dieser Kinder ist in Bezug auf ihre Rückführung unsicher, so dass von einem längerfristigen Verbleib ausgegangen werden kann. In der altersgemischten Gruppe leben die Kinder gemeinsam mit einer innewohnenden Erzieherin und einem hinzukommenden Erzieher. Eine Hauswirtschaftskraft steht halbtags zur Verfügung und ein Haushandwerker erledigt Arbeiten an und im Haus.
Zielsetzung und Arbeitsansatz
Da die Kinder in der Erziehungswohngruppe mittel- oder langfristig außerhalb ihrer Familie leben müssen, ist das Ziel der pädagogischen Arbeit, mit den Kindern eine Lebensstruktur zu entwickeln, die ihnen Sicherheit, Geborgenheit und einen Lebensmittelpunkt gibt.
Um dieses zu erreichen, richtet sich die pädagogische Arbeit nach folgenden Schwerpunkten:
- In der Gruppe wird verstärkt auf Bindung, Beziehung, Sicherheit und Eindeutigkeit hingearbeitet. Durch die Konstanz der Erzieher/in, die rund um die Uhr für die Kinder Ansprechpartner/in ist, sollen die Kinder wieder Vertrauen erfahren und in sich selbst entwickeln können.
- Bereits im Aufnahmeverfahren sollte deutlich werden, dass den Kindern von ihren Eltern bzw. Familien die Erlaubnis erteilt wird, sich in der Wohngruppe wohl zu fühlen und Beziehungen eingehen zu können.
- Der Tagesablauf ähnelt dem einer familiären Struktur, d.h. neben selbstverständlichen, alltäglichen Abläufen und Regeln soll der Rahmen Möglichkeiten zum gemeinsamen und persönlichen Ausprobieren geben.
- Die individuelle Entwicklung und Förderung muss im pädagogischen Alltag integriert sein. Auf der Basis der Hilfeziele und der Erziehungsplanung geht es in Gesprächen und Aktivitäten darum, Ziele zu formulieren, umzusetzen und zu reflektieren.
- Mit Kindern leben, heißt auch mit ihnen und nicht nur für sie zu arbeiten. Das verpflichtet dazu, die Kinder entwicklungsangemessen an der Gestaltung des Alltagslebens zu beteiligen.
- Da die Familie für jedes Kind das wichtigste Bezugssystem ist und die Eltern, auch wenn sie nicht vor Ort sind, im inneren Erleben der Kinder eine große Rolle spielen, ist auch Elternarbeit ein erklärtes Ziel. Die Mitarbeiter halten engen Kontakt zu den Eltern und Familien und beteiligen sie am Gruppengeschehen. Regelmäßige Gespräche dienen dazu, gemeinsam Ziele zu entwickeln und konkrete Handlungsweisen abzustimmen.
- Schulische Förderung, Hausaufgabenbetreuung und individuelle Hilfestellung sind selbstverständlicher Teil des Alltags. Die Erzieher halten engen Kontakt mit den Lehrern.
- Freizeitangebote werden für jedes Kind individuell entwickelt (Sportverein, Kindergruppe etc.), aber auch in der Gruppe wahrgenommene Aktivitäten finden regelmäßig statt, um das Gemeinschaftsgefühl über gemeinsame Erlebnisse zu stärken. Hierzu gehören auch Reisen und Ausflüge.
Räumliche Gegebenheiten und Ausstattung
Das Haus in der Lindenthaler Allee 15 ist eine alte Villa, die kindgerecht ausgestattet wurde. Das Grundstück liegt in unmittelbarer Nähe zum Mexikoplatz, so dass die Verkehrsanbindung über S-Bahn und Busse gewährleistet ist. Die Villa liegt in einem großen Garten mit ausreichender Spielfläche. Großzügige Räumlichkeiten bieten Platz zu ausreichend Bewegung. Der Freizeitwert des Hauses ist hoch, da es in der Nähe des Schlachtensees, der Krummen Lanke und am Grunewald liegt.
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