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Familienaktivierende Gruppe in der 'Rund-um-die-Uhr-Betreuung'

Pädagogische Leistungen

In der familienaktivierenden Gruppe wohnen 10 Jungen und Mädchen ab 6 Jahren, die von 4,6 Erzieher/innen betreut werden. Integriert in die Gruppenbetreuung ist eine Hauswirtschaftskraft, die mit den Kindern hauswirtschaftliche Tätigkeiten einübt oder wenn diese noch nicht in der Lage sind, auch übernimmt. Eine Familientherapeutin leitet die Mitarbeiter/innen an, die Eltern der Kinder zu beraten und Umgehensweisen zu trainieren und arbeitet aktiv mit den Familien. Die Rahmenbedingungen der Gruppe unterstützen eine altersgerechte Entwicklung, in der Selbständigkeitsprozesse gut vorangetrieben werden können.

Zielgruppe und Arbeitsansatz

In dieser Betreuungsform werden Jungen und Mädchen aufgenommen, deren Familienmitglieder motiviert sind, an dem Ziel einer zügigen Rückführung der Kinder in ihre Familien aktiv und verbindlich mitzuarbeiten. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es folgender Interventionen:

  • Bereits vor der Aufnahme werden die Eltern zu mindestens zwei Terminen in das Luisenstift gebeten. Hierbei geht es um gegenseitige Informationen, die Erarbeitung der Problemstellung und ein Kennen lernen des Hauses und der Gruppe. Nach diesen beiden Besuchen wird erst die Entscheidung über die Aufnahme getroffen, die Verbindlichkeiten der gemeinsamen Arbeit festgelegt und die Aufnahme vorbereitet.
  • Die Eltern bleiben während der Heimunterbringung in der größtmöglichen Verantwortung zu ihrem Kind. Bei der Wahrnehmung ihrer elterlichen Aufgaben werden sie durch die Pädagogen darin unterstützt, ihre entwickelten Ziele zu erreichen.
  • Das Kind kann sich durch die Herausnahme aus der Familie bei gleichzeitiger Aktivierung der Familie neu ausprobieren und erleben.
  • Das methodische Arbeiten mit der Herkunftsfamilie bezieht sich bei den Pädagogen vorrangig auf das Coachen der Eltern im Umgang mit ihrem Kind in einer aktiven Rolle.
  • Die Eltern sind mindestens einen Tag in der Woche mit ihren Kindern in der Gruppe und lernen im Gruppenalltag mit ihrem Kind gemeinsam Alltagsaufgaben so auszuführen, dass das Kind ihre Elternfunktion akzeptiert und gleichzeitig Respekt der eigenen Persönlichkeit durch die Eltern erfährt. Voraussetzung hierfür ist, dass die Eltern diesen Respekt selbst durch die Pädagogen erfahren.
  • Die Eltern werden angeregt, alle Aufgaben, die zum Alltag gehören, mit ihrem Kind zu erproben. Die Möglichkeit auch in der Gruppe zu übernachten ist gegeben, so dass der Tag selbst mit Wecken und Frühstücken begonnen und mit Ritualen des ins Bett Bringens am Abend beendet werden kann.
  • Die Pädagogen leiten die Familienmitglieder an, verschiedene Handlungsalternativen auszuprobieren. Hierbei werden unterschiedliche Methoden angewendet, um Ursache und Wirkung erlebbar zu machen (z.B. durch Videoaufnahmen, zirkuläres Befragen Familienaufstellungen, Spiegeln von Verhaltensweisen, Rollenspiel).
  • Monatlich findet ein Elterntraining ohne die Kinder statt. Neben zu berücksichtigenden aktuellen Problemstellungen wird thematisch unter Anwendung verschiedener Methoden gearbeitet.
  • Hausbesuche zum Kennen lernen und Verstehen der häuslichen und familiären Situation sind obligatorisch.
  • Die Rückkehr der Kinder in ihre Familien wird sorgsam vorbereitet und begleitet. Besuchskontakte werden systematisch verstärkt und ausgewertet. Der Entlassung geht eine vierwöchige Beurlaubung des Kindes/Jugendlichen in den Familienhaushalt voraus.

Das Aufgabengebiet der Familientherapeutin umfasst zwei Ebenen:

  1. Die Familientherapeutin nimmt gegenüber den pädagogischen Mitarbeitern eine fachlich beratende und anleitende Funktion ein. Sie coacht und supervidiert die Mitarbeiter sowohl einzeln, als auch im Team beim systematischen Reflexionsprozess in Bezug auf den Einzelfall, die Zielgruppe, die Hilfeplanung und die Mitarbeiter.
  2. Die Familientherapeutin begleitet die Familie von der Aufnahme bis zur Entlassung. Sie erstellt das Genogramm und überprüft die Hilfeplanung. Sie führt regelmäßige Familiengespräche nach dem systemischen Ansatz und bezieht im Bedarfsfall alle Familienmitglieder mit ein. Außerdem bietet sie monatlich eine Trainingsgruppe für alle Eltern dieses Leistungsangebots an. Hausbesuche, um das soziale Umfeld zu erfassen und zu berücksichtigen, fallen ebenfalls in ihr Aufgabengebiet.

Neben der zentralen Familienarbeit wird das Gruppenleben durch weitere Inhalte, die maßgeblich auf dem Hilfeplan beruhen, bestimmt:

Individuelle Förderung

In der Praxis spannt sich der Bogen der individuellen Förderung von der Begleitung zu Einkäufen und Institutionen über die Anleitung in hauswirtschaftlichen Tätigkeiten bis hin zur Gesundheitsfürsorge und der Unterstützung im psychosozialen Bereich.

Pädagogische Gruppenarbeit

Ein Teil der pädagogischen Arbeit im Luisenstift ist die Gruppenarbeit. Grundlage dafür ist eine verbindliche 'Hausordnung', die unter Beteiligung der Kinder durch Gruppenregeln ergänzt wird. Eckpunkte der Gruppenarbeit sind gemeinsame Aktivitäten und wöchentliche Gruppengespräche, deren Teilnahme für die Kinder und Jugendlichen verbindlich ist.

Schulische Förderung

Schulische Förderung ist neben der Auswahl geeigneter Schulen häufig Hilfe bei Schulschwierigkeiten, durch Wecken von Motivationen, Anbieten unterstützender Hilfen, enge Kontakte zu Lehrern.

Lage und Ausstattung der Gruppe

Die Lage und Ausstattung der familienaktivierenden Gruppe entspricht der der Schichtdienstgruppe.

 









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