Emblem des Luisenstifts Berlin.

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200 Jahre Luisenstift - Chronik der ältesten Berliner Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung

09.09.1807 Gründung des Luisenstifts in der Berlinischen Probstei auf dem Nicolai-Kirchhof durch Architekt Catel, Probst Hanstein u. a. unter dem Protektorat der Königin Luise von Preußen zum Zwecke: "Arme Kinder männlichen Geschlechts, von christlichen Eltern in Berlin geboren, aufzunehmen, vollständig zu pflegen und sie für die bürgerliche und kirchliche Gemeinschaft zu erziehen". Die Königin Luise bewilligte, dass die Berlinische Erziehungs- und Industrieanstalt nach ihrem Namen Luisenstift genannt werden durfte und spendete 100 Goldtaler (Friedrichsd'or) für die Erziehung von vier Knaben. Die Gesamtkapazität betrug 60 Knaben. Portrait der Königin Luise
1832 Durch Kabinetts-Order vom 8. Oktober werden dem Luisenstift die Rechte einer juristischen Person übertragen.
1838 Umzug in das eigene Haus in Berlin Mitte (heute Kreuzberg), Hollmannstraße 15 (vormals Husarenstraße), nachdem das Grundstück dem Luisenstift vom Stadtrat Hollmann geschenkt worden war. Später bekommt das Luisenstift jeweils im November 45 % des Ertrages des "Frau Stadtrat Hollman'schen Legats" (Kapital 3000 M) zur Erziehung und zum Unterricht für arme Kinder.
1845 Die Kapazität im Hause Hollmannstraße 15 muss "wegen Zinsminderung des Kapitalvermögens und wegen verminderter 'Liebesgaben' auf 50 Knaben herabgesetzt werden. Seit Gründung des Luisenstifts sind 365 Knaben in das bürgerliche Leben eingetreten". (Lisco)
1877 Das Luisenstift erhält eine revidierte Satzung.
1881 Das Luisenstift zählt unter der Rubrik: "Rettungshäuser und Erziehungsanstalten für nicht Konfirmierte" zu den "dem Werke der Inneren Mission dienenden Anstalten (später: Gesamtverband der Inneren Mission), von denen es neun vergleichbare Einrichtungen gibt. Kapazität 43 Knaben. Jährliche Staatsbeihilfe: 600 Mark.
1907 Umzug in die Limonenstraße 14 in Groß-Lichterfelde.
1922/27 Als Folge des 1. Weltkrieges und des wirtschaftlichen Niederganges muss das Luisenstift nach Weddigenweg 16 in Berlin-Lichterfelde umziehen. Kapazität: 14 Knaben. Mit der Einführung der allgemeinen Schulpflicht im Rahmen der Weimarer Verfassung geht der Unterricht im eigenen Hause zu Ende.
1932 Umzug auf das heutige Grundstück in Berlin-Dahlem, Königin-Luise-Straße 95.
1940 Das Luisenstift erhält am 10. Oktober ein neues Statut als "Erziehungsanstalt für erzieherisch gefährdete und hilfsbedürftige Knaben unter 14 Jahren". Als Einrichtung der inneren Mission ist es dem kirchlichen Erziehungsverband der Provinz Brandenburg und durch diesen dem Zentralausschuss für die Innere Mission der deutschen evangelischen freien Wohlfahrtspflege angeschlossen.
1944 Beschlagnahme des Hauses durch das Oberkommando des Heeres.
1945 Das Gebäude des Luisenstifts wird bei der Besetzung Berlins zerstört.
1945/46 Das Kuratorium des Luisenstifts wird durch Vermittlung von Probst Grüber vom Magistrat der Stadt Berlin ermutigt, angesichts der durch das Flüchtlingselend gesteigerten Not insbesondere von Kindern, die Arbeit wieder aufzunehmen.
1948/49 Durch die Initiative eines Nachkommens des ehemaligen Zöglings Cuno, der, nach Amerika ausgewandert, ein Legat zugunsten des Luisenstifts eingerichtet hat, nimmt das Luisenstift seinen Betrieb in angemieteten Räumen in der Goethestraße 4-6 in Lichterfelde wieder auf.
1954 Das Kuratorium des Luisenstifts konstituiert sich neu und nimmt die Geschäfte wieder in die eigene Hand.
1957 Grundsteinlegung für den Neubau des Luisenstifts auf dem alten Gelände in der Königin-Luise-Straße 95.
20.07.1959 Einweihung des neuen Luisenstifts als Wohnheim für 52 männliche Jugendliche.
01.01.1967 Anerkennung durch den Senator für Jugend und Sport als "Erziehungsheim" mit 45 Plätzen in 3 Gruppen.
01.05.1981 Eröffnung der ersten Außengruppe mit 5 Plätzen in Berlin 46, Langensalzaer Straße 48.
1990 Eröffnung der Jugendwohngemeinschaft Wilmersdorf mit 4 Plätzen.
1994 Eröffnung der Jugendwohngruppe Wedding mit 4 Plätzen. Diese Gruppe zieht im Jahr 2001 nach Neukölln in die Thomasstraße 71.
1997 Umbau/Modernisierung des gesamten Gebäudes. Zwischenzeitlich ziehen die Bewohner von Februar bis November 97 in Räume des Jugendausbildungszentrums Zehlendorf (JAZ). Der Betrieb wird von dort aus 11 Monate weitergeführt.
November 1997 Das sanierte, umgebaute Haus in der Königin-Luise-Straße 95 wird wieder bezogen. Damit verbundene Umstrukturierungen erfolgten: Aus dem Jungenheim wurde eine koedukative Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung, die Zentralversorgung wurde aufgelöst und die hauswirtschaftliche Versorgung wurde Teil des pädagogischen Alltags, die Arbeit mit den Eltern der Kinder wurde ein zentraler Bestandteil, die Gruppengrößen wurden reduziert und die Kinder wurden an Gruppenprozessen mehr beteiligt.
Seit 1997 Seit 1997 hat das Luisenstift die Qualitätsentwicklung eingeführt und arbeitet systematisch in Qualitätszirkeln am Aufbau seines Handbuches, um die Arbeit transparent, effektiv, kontinuierlich und überprüfbar unter der Beteiligung der Mitarbeiter zu gestalten.
2002 Eröffnung der Erziehungswohngruppe Lindenthaler Allee für 6 Kinder mit einer innewohnenden Erzieherin.
2000-2003 Flexible Betreuungsformen wie betreutes Einzelwohnen und ambulante Hilfen wurden eingeführt und ausgebaut, um den Betreuungsbedarf der Jugendlichen besser begegnen zu können.

Fortsetzung folgt...

 









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